Panda Valley und Dujiangyan

Es geht los. Unser Roadtrip ins tibetische Hochland startet. Eine Reise nach Tibet erfordert ein extra Visum und man muss Teil einer geführten Tour sein. Man kann aber als Individualreisender den Teil von Tibet bereisen, der sich noch in der Sichuan-Provinz befindet und daher nicht unter die Restriktionen einer Reise in die Provinz Tibet fällt. Auch hier sind große Teile unter einer autonomen tibetischen Regierung.

Auf dem Weg nach Siguniang, einer Alpenregion mit den berühmten vier Schwesternbergen, kommen wir durch Dujiangyan und stoppen im Panda Valley. Wir relativ früh morgens an, aber dutzende Reisebusse haben ihre Ladung bereits ausgespuckt und der Park ist extrem voll und eng. Glücklicherweise gilt das aber nur für die Besucher. Die großen Pandas und die kleinen Pandas, die hier leben, haben ein wirklich großes Gelände zur Verfügung, in dem sie sich frei bewegen können. Es ist daher nicht klar, von wo aus man die knuffigen Tiere sehen kann sondern muss einfach während des Rundgangs die Augen offen halten… nach der nächsten Menschentraube. Und dann braucht es etwas Geduld und Rücksichtslosigkeit sich an einen Punkt zu drängeln, von dem man etwas sehen kann. Da ich die meisten Chinesen dann doch um wenigstens eine Kopflänge überrage, habe ich zumindest nicht das Problem. Grundsätzlich bin ich ja kein Freund von Zoos, aber hier leben die Tiere tatsächlich einigermaßen normal, es wird an ihnen geforscht und es gibt eine Aufzuchtstation und eine Station zum Auswildern der Tiere.

Wir sind heilfroh, das Gedränge zu verlassen als es wieder mal richtig skurril wird. Etliche Souvenierhändler reihen sich am Ausgang am Zaun und bieten dort hunderte Kuscheltiere an. Manchmal stimmen sie alle in einen Gesang und Choreografie ein, um zu zeigen, dass aus einem großen Panda durch auf linksdrehen ein kleiner Panda (die roten, die gar nicht mit den großen Pandas verwand sind) wird. Oder sie werfen einzelne Tiere den Besuchern zu, wobei es eher so wirkt, als würden sie sie abwerfen, in der Hoffnung, dass dann doch einer mal kauft.

Und eigentlich sind wir von den Tagen in Chengdu viel zu erschöft, um noch weitere Sehenswürdigkeiten zu erkunden, aber Dujiangyan ist nun aber auch bekannt für sein Bewässerungssystem, das seit über 2600 Jahren seinen Dienst tut. Damals hat sich ein schlauer Beamter ein System einfallen lassen, um bei Hochwasser Seitenkanäle und Felder zu fluten. Das war so erfolgreich, dass die Gegend seitdem nie wieder mit Hochwasser kämpfen musste und gleichzeitig die Gegend so gut bewässert wurde, dass es seitdem auch keine Hungersnöte mehr gab.

Wie alles, was in China als Touristenattraktion gilt, ist auch diese Anlage proppenvoll, aber durch die Weitläufigkeit kann man dem ganzen Trubel etwas entkommen und durch die alten Anlagen laufen und sich anschauen, wie das System funktioniert.

Schließlich geht es weiter nach Siguniang Town, wo wir versuchen etwas auszuruhen, bevor es am nächsten Tag auf eine Wanderung ins Changping-Tal geht. Doch schon auf der Fahrt ergaben sich spektakuläre Ausblicke und lecker Yak-Spieße:

Die Fahrt alleine war schon spektakulär
Da wird das Yak noch zubereitet
und sogleich gegrillt
Da verstecken sich noch zwei Schwestern