Not Horse Racing Festival Litang

Am nächsten Morgen machen wir uns frühzeitig zum Litang Horse Racing Festival auf. Uns wurde geraten, spätestens um 8 dort zu sein, da es danach kaum noch Plätze gibt. Das Programm soll um 8:30 starten. Wir sind ‚erst‘ um 8:30 dort und tatsächlich ist noch gar nichts los. Die Pferde bekommen gerade erst die Startnummern aufgesprüht und einige finden das gar nicht lustig und gehen komplett durch. 

Um 9:30 starten dann alle Reiter plötzlich durch und sind nach wenigen Sekunden im Grasland verschwunden. Die nächsten 1,5 Stunden passiert nichts, bis der erste Reiter unter lautem Jubel einreitet. Beim Dritten, der einreitet, bricht das Pferd 50m vor der Ziellinie zusammen und steht auch innerhalb der nächsten Stunde nicht wieder auf. Statt dessen strömen immer mehr Schaulustige mitten auf das eigentlich gesperrte Feld und auch eine Mutter, kann es kaum erwarten ihrem vielleicht 6 Jahre altem Sohn ein totes? Pferd zu zeigen. Anschließend findet noch die unprätentiöseste Siegerehrung statt, die man sich vorstellen kann. Im absoluten Trubel auf dem Feld, bekommen die ersten fünf Sieger ihr Gewinnerschild mit der aufgedruckten Gewinnsumme überreicht. Der Erste erhält 265.000 Yuan, umgerechnet knapp 35.000 Euro. Und auch die anderen Preisgelder waren alle 5- bis 6-stellig. Nicht schlecht! 

Das arme Pferd ist während unserer Zeit nicht mehr aufgestanden.

Nach dem Rennen, werden die Pferde umgehend gekühlt
Wie üblich wird das Preisgeld wohl an den Eigentümer des Pferdes gehen. In diesem Fall wohl an diesen sympatisch dreinblickenden Menschen

Wir sind allerdings ziemlich enttäuscht, so viel Zeit für fast Nichts verplempert zu haben. 

So bleibt uns aber noch viel Zeit weitere Teile von Litang zu erkunden, wie das Ganden Thubchen Choekhorling – das Litang Monastery. Das Riesengelände bietet Platz für 4500 Mönche, aktuell sind es ca. 2000. Die drei Haupttempel sind gigantisch und beherbergen riesige Buddha-Statuen und sind wie immer reich dekoriert. Was ein wenig abschreckt, ist der ganze Müll, der sich auf dem Grashügel mit dem gigantischen Pavillion aus Gebetsfahren, verteilt. Junge Chinesinnen verkleiden sich in traditionelle Kostüme, engagieren einen Fotografen und machen Fotos vor der Kulisse des Klosters. Für fast jedes Foto werden dutzende kleine Gebetsfahen aus Papier in die Luft geworfen. Mit Religion hat das nichts zu tun. Aber die ganze Gegend ist komplett vermüllt mit den Überresten der kleinen bunten Zettel. Und wieder einmal verdrehen wir aufgrund der bodenlosen Blödheit einiger Menschen die Augen.

Man beachte wie aus den Armen immer weitere Arme entspringen