Unser China-Trip neigt sich dem Ende. In einer Gewalttour fahren wir von Litang nach Chengdu. Eigentlich hatten wir einen Zwischenstopp für die ca. 550 km eingeplant. Wir haben aber absolut keine Lust mehr, die Fahrerei noch einen weiteren Tag auszudehnen und wollen lieber noch einen ganzen Tag in Chengdu haben. Also fassen wir während der Fahrt den Entschluss einfach bis nach Chengdu durchzufahren. Bedingt durch die Idiotie vieler Autofahrer verschiebt sich die erwartete Ankunft in Changdu immer weiter nach hinten. Die ursprünglichen 22 Uhr rücken nach und nach vor bis wir schließlich um 2 Uhr morgens ankommen sollen (und tun). Die letzten Serpentinen in den Bergen auf der berühmten G318 geht einfach gar nichts, weil wieder irgendwelche Deppen es nicht einsehen wollen, dass man ab und zu auch mal ein Stück vom LKW-Gegenverkehr auf der eigenen Spur durchlassen sollte, so dass sich mal die Gelegenheit ergibt, die kompletten Verkeilungen aufzulösen. Selbst die Polizei macht bei diesen Idiotien mit. Vielleicht sagt das auch mehr über mich auf, dass ich mich konstant über diese Deppen aufrege, statt wie der Rest einfach stoisch den Stau zu ertragen und einfach das Hirn ausschalten sollte und nur zusehen sollte, mich selbst möglich weit nach vorne zu drängeln. Insgesamt brauchen wir fast drei Stunden für ca. sechs Kilomenter, die man mit etwas gesundem Menschenverstand wahrscheinlich auf einen Bruchteil hätte reduzieren können. Überflüssig zu sagen, dass wir während der Fahrt zwei Unfälle auf der Strecke gesehen haben, bei denen wieder zwei Fahrzeuge frontal ineinander gefahren sind.
Ich glaube ich war in meinem Leben selten glücklicher eine Autobahn zu sehen, als sich – endlich näher nach Chengdu kommend – die Mautstation zeigt und die Straße vierspurig wird. Ab dann fährt man fast nur noch Tunnel, die im Gegensatz zu denen in den Bergen als Doppelröhren ausgeführt sind. Ich habe bei einigen der längsten Tunnel leider nicht geschaut, wie lang genau sie sind. Über eine Strecke von 40 Kilometern, reiht sich ein Tunnel an den anderen, und manchmal merkt man gar nicht, wie man den einen verlassen hat währen man schon in den nächsten fährt.
Unseren letzten Tag in Chengdu verbringen wir noch mit der Jagd nach einigen Souvenirs, die sich schwieriger herausstellt, als gedacht. Alles was man hier findet, ist so dermaßen kitschig, dass man das niemandem zu Hause antun kann. Schließlich unternehmen wir noch einen letzten Ausflug ins moderne Chengdu im Süden der Stadt, wo sich ein modernes Hochhaus an das andere anschließt und wir uns die Anlagen der SKP-Mall anschauen, in denen gigantische Brunnen stehen, die aussehen sollen, wie Bambushalme.





