Leshan

Tag drei in Chengdu führt uns mit dem Hochgeschwindigkeitszug ins ca. 140 km entfernte Leshan. Der Ort ist berühmt für die größte steinerne Buddha-Statue der Welt. Erbaut zwischen 713 und 803 n. Chr. während der Tang-Dynastie, ist sie direkt in eine Klippenwand am Zusammenfluss von drei Flüssen gemeißelt und gilt als die größte vormoderne Statue, die je geschaffen wurde – einen Titel, den sie fast 1.200 Jahre lang innehatte, bis sie von modernen Bauwerken übertroffen wurde.

Zu Füßen des Giant Buddha
Gedränge am Fotospot
Blick auf Leshan

Dummerweise habe ich die Ticketoptionen am Eingang nicht korrekt verstanden und so haben wir den Oriental Buddha Park zuerst besucht, der – 1994 als Freizeitpark eröffnet – 3000 verschiedene Reproduktionen verschiedenster Buddha-Figuren darstellt. Doch trotz der Neuheit, sind die teilweise gigantischen Statuen beeindruckend. Aber so verpassten wir die besten Stunden an Giant Buddha und kamen erst am späten Vormittag dort an, als die Sonne bereits fast senkrecht stand und die Menschenmassen sich durch das Gelände drängten.

Reclining Buddha – 170m lang
Auch im Oriental Buddha Park können sie groß
Und ein sehr schönes Gelände

Aber noch ein paar Worte zum Zug von Chengdu nach Leshan. Der Ostbahnhof in Chengdu hat fast die Größe eines Flughafens, alles ist extrem gut organisiert, was es aber auch für uns Ausländer teilweise recht kompliziert macht. Statt einfach das Ticket zu scannen, müssen an mehreren Stellen die ID-Cards gelesen werden. Für Ausländer mit Reisepass, muss man dann immer jemanden suchen, der im Zweifel die Passnummer manuell wieder in das System eingibt. Generell ist es Wahnsinn, wie oft wir unsere Pässe vorzeigen müssen. Selbst die simpelste Eintrittskarte, kann man nur mit Pass erwerben. Alles ist hochtechnisiert, für alles braucht man sein Handy und wehe, irgendetwas funktioniert mal nicht richtig… dann wird es kompliziert. Aber zurück zur Bahnfahrt. Natürlich wird alles durchleuchtet, bevor man den Bahnhof betritt. Auf der Fahrkarte steht ein Zeitfenster, in dem die Schranken für sein persönliches Ticket öffnen. Der Zug kommt auf die Sekunde pünktlich und in Leshan geht die Tür auf die Sekunde genau zur angegebenen Ankunftszeit auf. Zurück war das übrigens genauso.

Ostbahnhof in Chengdu

Nach dem Riesenbuddha fahren wir nach Chengdu zurück und gönnen uns erstmal Beef-Noodles mit hausgemachten Blanketnoodles. Super simpel, aber ein kulinarisches Highlight.

Herstellung der Blanket-Nudeln, die dann durch das Fenster in den großen Suppentopf geworfen werden.
Das Endprodukt. Wie man das essen soll, ohne sich einzuferkeln bleibt offen.

Anschließend werden ein paar Besorgungen erledigt und wir fahren zu einem Wholesale-Markt-Komplex. Diese Warenhäuser muss man auch mal erlebt haben. Tausende kleine Shops, die sich auf eine Gattung Produkte spezialisiert haben und diese in großen Mengen anbieten. Und dann ist jedes Gebäude und jede Etage einem Thema zugeordnet, in dem sich dann die Shops, die auf den ersten Blick fast alle das Gleiche anbieten, alle nebeneinander aufreihen.

Und schließlich holen wir unseren Mietwagen ab. Ein bisschen stolz bin ich schon, dass ich das alles organisiert bekommen habe. Vorab eine notarielle Übersetzung des Führerscheins in China organisieren, die richtige Führerscheinstelle finden und den Führerschein ausgehändigt bekommen, einen Mietwagen über AliPay zu buchen, die Kammer der Mietwagenfirma in einer Tiefgarage zu finden und schließlich das Auto zu übernehmen. Autofahren in China – check!

Abends sind wir dann noch kurz zum Tianfu-Square in Chengdu – dem zentralen Platz dort. Und auch dort weiß man nicht wohin man zuerst schauen soll. 360 Grad Telenovela um einen herum. Besonders lustig waren aber die vielen Cosplayer, die durch die Gegend liefen. Irgendein Event muss da stattgefunden haben.

Inzwischen bin ich mit dem Blog drei Tage hinterher, aber ich gebe mein Bestes. Aber China ist intensiv und bietet Non-Stop-Entertainment für das man ein unfreiwilliges Abo abgeschlossen hat und es bleibt kaum Zeit mal durchzuatmen. Das versuchen wir morgen und dann gibt es hoffentlich auch wieder mehr Stories.