Siguniangshan

Rund um Siguniang gibt es drei Täler, die sich für die Erkundung der Berge hier eignen. Tal Nr. 1 ist das touristischste. Hier wird man mit Elektrobussen 40km in den Nationalpark gefahren und kann dann per Hop-On and -Off die verschiedenen Aussichtsplatformen besuchen. Tal 2 heißt Changping und richtet sich eher an Wanderer, die es nicht so voll mögen und die die 10 km bis zum bekanntesten Viewpoint laufen wollen. Tal 3 Haizi eignet sich eher für echtes Trekking über mehrere Tage. Also besuchen wir Changping und werden mit dem Bus zum Lama Tempel gefahren, von wo die Wanderung losgeht. Wer glaubt, dass es hier deutlich ruhiger zugeht, hat sich aber getäuscht. Wer nicht wandern will, kann sich auch ein Pferd nehmen und wird dann ins Tal geführt. Und verdammt viele Chinesen machen genau das. Ohne den kleinsten Krümel Dreck an den Sneakern hängen sie halb auf dem Pferd und starren auf’s Handy, während die lokalen Führer sie zu Fuß ins Tal begleiten.

Bedingt durch den Schlafmangel der letzten Tage und ein wenig Montezumas Rache bei Grace kommen wir nicht so früh los wie erhofft. Am Ticketschalter heißt es, der letzte Bus fährt um 17h zurück, so dass man sich ca. 14h auf den Rückweg machen sollte, egal wie weit man gekommen ist. Wir vertrödeln aber ein wenig die Zeit und so machen wir uns erst um 15h zurück vom Viewpoint und fangen dann doch etwas an zu hetzen.

Der Weg ins Tal die ersten 7 km mit einem breiten Holzsteg erschlossen und spricht uns leider überhaupt nicht an, weshalb wir bald auf den mehr oder weniger parallel verlaufenden Horse-Trek umsteigen. Hier ist es, bis auf die gelegentlichen Touristenpferde, deutlich ruhiger. 10 km für den Rückweg in zwei Stunden mit auf und ab sind dann für den Rückweg doch nicht zu schaffen und so gönnt sich Grace für die letzten 3 km auch ein Pferd. Völlig erschöpft kommen wir mit 22 km auf der Uhr an der Busstation gegen 17:30 an, nur um festzustellen, dass noch jede Menge Busse fahren werden. Ich glaube einfach, die fahren so lange hin und her, bis dann wirklich kein Bus mehr voll wird. Aber so viele Leute, die noch hinter uns im Park waren, müssen ja auch noch irgendwie zurück.

Völlig erschöpft fallen wir ins Bett, nur um dann festzustellen, dass wir die zweite Nacht auf über 3200 m Höhe extrem schlecht schlafen. Keine Ahnung ob es am Sauerstoffmangel lag, wir schon zu erschöpft zum Schlafen waren oder es an den ganzen Eindrücke der letzten Tage lag, die zumindest mir immer wieder im Kopf umhergeistern.

Zum ersten Mal bin ich mit unserer neuen Drohne in China geflogen. Ich muss noch viel lernen, aber ein paar schöne Bilder sind trotzdem entstanden:

Aufsicht auf die vom Eisen gefärbten Felsen am Fluss