Zhonghlu Tibetan Village und Tagong Grassland

Den gestrigen Tag wollten wir einfach mal (fast) gar nichts unternehmen und in unserer Unterkunft im Zhonghlu Village primär ausruhen. Doch müssen wir von Siguniang erstmal eine Stunde Stau ertragen. Wir müssen am ersten Tal vom Siguniang Nationalpark, das in das man per Bus gebracht wird, vorbeifahren und im Dorf rund um das Touristencenter bricht der Verkehr völlig zusammen. Wir sind dann doch heilfroh, dass wir statt diesen Trubels eine vergleichsweise ruhige Wanderung unternommen haben. Ist das erstmal geschafft, fahren wir durch spektakuläre Landschaft nach Zhonghlu. Dies ist eins der tibetischen Dörfer, die durch ihre jahrhundertealten Wachtürme berühmt sind. Zhonghlu gehört da zu den ruhigeren und noch nicht touristisch überlaufenen Dörfern und wir genießen tatsächlich ein wenig zu Ruhe.

Heute morgen machen wir uns noch auf das Dorf und seine Aussichtspunkte noch zu erkunden. Überall verteilt findet man sie, die alten Wachtürme, deren genaues Alter nicht genau bestimmbar ist. Angeblich sollen sie zwischen 700 und 1500 Jahren alt sein, Nur aus Naturstein und Lehm mit ein paar Holzbalken unterstützt, haben sie sich als ausgesprochen erdbebensicher und langlebig erwiesen.

Und wie schon angemerkt, China bietet nonstop Entertainment mit einem unfreiwilligen Abonement. Auf dem Parkplatz zu einer der Aussichtspunkte staunen wir nicht schlecht. Der gesamte Platz wurde einfach mal in einen Campingplatz verwan und die Leute schlagen ihre Zelte einfach mittendrin auf.

Wenn die Geschäfte gerade nicht laufen…

Wettertechnisch hatten wir bisher wohl ausgesprochen Glück. In den vergangenen 7 Tagen in China hatten wir fast ausschließlich sonnige Tage, obwohl wir gerade mitten in der Regenzeit sind. In den höheren Lagen – wir sind inzwischen auf 3850m – bekommen wir jetzt doch mal unsere ersten Schauer ab und die Graslandschaft von Tagong fühlt sich sehr schottisch an.

Pünktlich zur abendlichen buddhistischen Zeremonie erreichen wir das Kloster in Tagong. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Über eine halbe Stunde lang wird lautstark rezitiert, verschiedenste Blasinstrumente gespielt und getrommelt. Und auch die Dekoration des Klosters haut uns um. So farbenfroh und reich dekoriert, weiß man gar nicht, wohin man schauen soll. Und ja, das Tiger und Leopardenfell an den Säulen ist echt. Wir fühlen uns ein wenig unwohl und wie Eindringlinge der Zeremonie beizuwohnen, aber ein paar Mönche, die sehen wollen, was ich für Fotos geschossen habe, fanden die Klasse und ermunterten mich durchaus weiter in den Saal zu gehen.

Essenstechnisch enttäuscht uns das tibetische Hochland aber bisher ein wenig. Viele der Speisen sind doch eher fade und weit weg von dem, was wir in Chengdu erleben durften und wie wir uns die Sichuanküche vorgestellt haben. Umso überraschter waren wir heute Abend, als in unserer Unterkunft richtig gutes Essen serviert bekommen. Allzu sehr kann ich allerdings gerade auch nicht reinhauen. Ein „stomach bug“ hat mich jetzt auch erwischt und es immer gut eine Toilette in der Nähe zu haben.